Woche 25 / 2018

Das Wandern ist des Nebikers Lust


Geschäftig geht René Wermelinger, Präsident der Wandergruppe Wiggertal mit Domizil Dagmersellen, durch das Kirchzentrum in Nebikon. Von verschiedenen Seiten wird er gelobt oder auf ein gemeinsames Erlebnis angesprochen. Hier nickt er einem anderen Wanderer zu, dort wird ihm von einer Helferin auf die Schulter geklopft. Stolz macht Wermelinger auf den Gabentisch aufmerksam und auf den Wanderpreis, den es für Gruppen oder Dorfvereine zu gewinnen gibt. Im Saal sind verschiedene Dialekte auszumachen, und auf dem Parkplatz befinden sich Autos mit Kennzeichen aus der ganzen Schweiz. Es ist zwar die Rede vom internationalen Volkswandern, dennoch geht es so familiär und vertraut zu und her wie an einem Dorffest. Man kennt sich – meist schon seit Jahren. So ergeht es René Wermelinger auch mit Franz Lammer, Ehrenpräsident der Hollandmarschgruppe Baselland mit Domizil Schönenbuch. Seit 55 Jahren ist er im Verein und seit 30 Jahren kennt er René Wermelinger. «Es ist eine sehr aufgestellte, freundliche Gruppe hier. Wir sind einander sehr verbunden », sagt Lammer. Dies beruhe auf Gegenseitigkeit und man unterstütze einander, ergänzt der Dagmerseller Präsident. Mit am Tisch sitzt Esther Scheidegger, ebenfalls Mitglied der Hollandmarschgruppe Baselland. Sie hat an diesem Samstag alle möglichen Strecken von 5, 10 und 20 Kilometern absolviert; ein Klacks für die Vize-Schweizermeisterin im 24-Stunden-Wandern, welche gegen 200 Wanderungen pro Jahr unternimmt. In Nebikon gefällt ihr besonders die Abwechslung. «Es ist eine vielseitige Gegend mit Bauernhöfen, Blumen, Wald und sogar Aussicht auf den Sempachersee», freut sich die Pensionärin.


Unermüdliches Wandern
Es ist bereits die 28. internationale Volkswanderung, welche durch die Wandergruppe Wiggertal durchgeführt wird, zum vierten Mal in Nebikon. Einmal pro Jahr sind die Wiggertaler Veranstalter, an den restlichen Wochenenden unternimmt die Gruppe selbst Wanderungen. Zwischen 70 und 75 Wandervereine gibt es in der Schweiz und gut 50 Mitglieder zählt die Wandergruppe Wiggertal. «Unser ältester Wanderer ist über 90 und das jüngste Mitglied zehnjährig», berichtet René Wermelinger stolz. Aber natürlich hätten auch sie mit dem Nachwuchs zu kämpfen, Wandern sei nicht mehr so beliebt wie auch schon. Immerhin mehr als 200 Personen sind an der Volkswanderung in Nebikon am Samstag gelaufen, noch 500 bis 600 wurden für Sonntag erwartet.

Ideal für Jung und Alt
Die Strecke wäre zwar noch für zwei Stunden offen an diesem heissen Samstagnachmittag im Frühsommer. Doch viele haben ihren Weg schon zurückgelegt und verpflegen sich nun in der Festwirtschaft oder haben den Heimweg bereits wieder angetreten, wie die Vereine aus dem nahen Ausland. Unterwegs auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel ist noch die Familie Jäggi aus Hägendorf (SO). «Mein Vater ist Vizepräsident und ich habe am Anlass geholfen. Jetzt habe ich Besuch von meinem Mann und den Kindern bekommen und wir sind die Strecke auch noch abgelaufen », sagt Nathalie Jäggi. «Es ist sehr schön hier der Wigger entlang, es gibt einen Verpflegungsposten und der Weg ist eben – ideal für Ältere und Kinder. Wir gehen auch wieder an andere Volkswanderungen und würden es sehr weiterempfehlen. »

ANDREA KAUFMANN