Woche 17 / 2019

Hier dürfen männliche Küken weiterleben

Die Empörung in der Bevölkerung war gross: Vor drei Jahren zeigte der Kassensturz, was mit männlichen Küken von Legerassen passiert. Sie werden, kaum geschlüpft, getötet – aus wirtschaftlichen Gründen. Eine Umfrage der Sendeverantwortlichen ergab damals, dass viele Konsumenten bereit wären, einen Aufpreis bei Eiern zu bezahlen, um diese Praxis zu verhindern. Das war die Initialzündung für das Programm «Ei mit Bruder» bei der Firma Eier Meier in Schötz. Das Anfang der neunziger Jahre gegründete Unternehmen vertreibt frische Eier von IP-Suisse-Bauernhöfen an Privatkunden. «Die Problematik des Tötens von Ein-Tages- Küken war uns schon lange bewusst », sagt Peter Stadelmann, Geschäftsführer von Eier Meier. Doch eine Lösung zu finden war schwierig. Das Problem: Die Mast von männlichen Legerassen- Küken rechnet sich nicht. «Ein Mastpoulet ist nach 35 Tagen schlachtreif», erklärt Stadelmann, «für zwei Kilo Wachstumszunahme braucht es nur drei Kilo Futter, deshalb ist Poulet so preiswert.» Doch ein sogenannter Bruderhahn braucht hundert Tage, bis er die zwei Kilo zugenommen hat und schlachtreif ist, verzehrt dabei acht Kilo Geflügelfutter (vor allem Getreide) – und auch dann liegt sein Fleischanteil bei mageren 25 statt wie bei einem Masttier bei 75 Prozent. «So ein Poulet würde im Laden niemand kaufen, es wäre viel zu teuer und hätte dennoch zu wenig Fleischanteil», erklärt der Geschäftsführer von Eier Meier. mehr

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